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Zum Thema Regeltechnik


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Wartungsvertrag für die Regeltechnik abschließen?

Gelegentlich werde ich um Abschluss eines Wartungsvertrags „für Schaltschrank und Regeltechnik gebeten“, was ich stets ablehne. Warum?

Gründe für den Abschluss eines Wartungsvertrags

Es gibt durchaus gute Gründe, einen Wartungsvertrag abzuschließen, nämlich immer, wenn es um Verschleißteile, betriebsbedingte Verschmutzung oder sonstige zunehmende Einschränkungen der Betriebsfähigkeit der Anlage geht. Filter (-Wechsel), Schmutzfänger reinigen, Keilriemen überprüfen und ggf. nachspannen — solche Arbeiten müssen regelmäßig  durchgeführt werden, und es ist für alle Seiten vorteilhaft, wenn diesbezüglich Planbarkeit besteht und der Fachmann auch für hohe Anlagenverfügbarkeit dank sorgfältiger Ausführung der Wartungsarbeiten gerade steht.

Außerdem gibt es natürlich Wartungsarbeiten und Kontrollen, deren regelmäßige Durchführung gesetzlich vorgeschrieben ist, beispielsweise Legionellen-Laborprüfung (§ 14 TrinkwV), Brandschutzanlagen, … .

Aber wie sieht das bei „Schaltschrank / Regelung“ aus?

Bei Schaltschrank und Regelung gibt es keinen vergleichbaren Verschleiß, Verschmutzung oder ähnliches, die meinen regelmäßigen Wartungs- (und Austausch-) Einsatz erfordern würde; Vorschriften für regelmäßige Wartungen und Überprüfungen gibt es auch nur im Zusammenhang mit anderen Vorschriften (Brandschutzklappentests, …).

Schaltschranklüfter-Filtermatte auf Verschmutzung  überprüfen kann auch jemand anderes (Hausmeister), dafür gibt es eine Liste mit regelmäßig erforderlichen Überprüfungen, und wenn die Filtermatten ausgetauscht werden müssen kann das auch der Betreiber selbst — oder ich erledige das gegen Abrechnung nach Aufwand. Dafür lohnt kein Wartungsvertrag.

Mögliche Argumente für eine regelmäßige Regelungs-Wartung durch einen Fachmann?

Pufferbatteriewechsel für die Regler? Das Austauschintervall liegt im Bereich 3 … 10 Jahre … ∞. Dafür lohnt auch kein Wartungsvertrag.

Aufgrund der im Bereich meiner HLK-Anlagen typischen geringen Schalthäufigkeit ist auch der Elektromechanik-Verschleiß gering, und evtl. betroffene Teile routinemäßig trotzdem auszutauschen erscheint wenig sinnvoll. Also auch kein Argument für einen Wartungsvertrag.

Kann die Anlagenverfügbarkeit durch regelmäßige Kontrollen im Bereich Schaltschrank / Regelung gesteigert werden? Kaum! Von mir gelieferte regeltechnische Anlagen mit DDC-Regelung führen grundsätzlich umfangreiche Plausibilitätskontrollen durch. Teils ganz einfache wie die Überwachung, dass der Differenzdruckwächter für die Keilriemenüberwachung bei Lüfter-Abschaltung in den „gestört“-Zustand wechseln muss, und viele Überwachungen auf hinreichende Übereinstimmung zwischen Ist- und Sollwert, und viele andere mehr. Mittels der ebenfalls stets realisierten Störungs-Email-Funktion (oder SMS, gar Anruf bei der Heizungs- oder  Lüftungs-Wartungsfirma) meldet sich die Regelung, wenn ihr etwas komisch vorkommt, und diese  Überwachungen arbeiten rund um die Uhr, ohne je zu ermüden … . Das ist viel effektiver als in großen Abständen aufwendige Tests durchzuführen. Also auch kein Argument für einen Wartungsvertrag – die Regelung erledigt das alles selbst. Und bei vorhandenem Fernwartungszugriff kann ich effektiv bei der Fehlerdiagnose helfen, auch wenn die Problemursache gar nicht in meinem „Verantwortungsbereich“ liegt.

Bevorzugte Behandlung bei Notfällen? Bei Stammkunden kann ich immer und jederzeit innerhalb von Minuten (Hilfe zur Selbsthilfe per Telefon oder Fernwartungseingriff für Notbetrieb) bis Stunden „Erste Hilfe“ leisten.  Oder ich löse dringende Problem vor Ort schnellstens  provisorisch oder gleich endgültig — auch ohne Wartungsvertrag.

Und gelegentlich mal ein 5-Minuten-Telefonat für eine Hilfestellung kostet bei mir nichts — gehört zum Service!

Also gar keine Notwendigkeit für regelmäßige Regeltechnik-Wartung?

Doch! Bei Anlagen mit erhöhten Anforderungen an die Verfügbarkeit (Krankenhaus-OP, Werkhallen, …) empfehle ich, die Anlage alle 2 Jahre von mir gründlich überprüfen zu lassen, das dauert 2 Stunden für eine Fernwärmeanlage mit wenigen Heizkreisen bis 6 Stunden für eine sehr komplexe Lüftungsanlage – Abrechnung nach Kundendienst-Preisliste (siehe ganz oben auf der Seite!). Dabei bemerke ich auch brummende oder „funkende“ Schütze, Spiel in den Betätigungen, Klappergeräusche, träges Ansprechen, lose Kabel, drohende Alters- oder Korrosionsausfälle, schlechte Genauigkeit von Messwerten und viele andere Dinge mehr (auch Probleme, die gar nicht zu meinem Gewerk gehören), die bei einer Routinewartung durch Heizungs-, Lüftungs- oder Wartungsfirma nicht unbedingt auffallen würden. Und die noch halb volle Puffer-Knopfzelle tausche ich bei der Gelegenheit gleich mit.  Aber auch dafür braucht es keinen Wartungsvertrag, nur einen Terminkalender (den ich gern kostenlos für den Kunden führe).

Und deshalb schließe ich mit meinen Kunden in der Regel keine Wartungsverträge ab, sondern stelle hohe Anlagenzuverlässigkeit durch andere Mittel und (auch schnelle Notfall-) Einsätze bei Bedarf sicher.


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Wärmedämmung von (Regel-) Armaturen

Nicht nur hohe Raumtemperatur verschwendet Energie

Nicht nur zu hohe Raumtemperatur verschwendet Heizenergie!

Neulich hatte mein Lieferant die passende Dämmschale zu einem motorisch betriebenen Absperrhahn nicht auf Lager — nicht, weil der Nachschub nicht schnell genug nachgekommen wäre, sondern er kauft die Dämmschalten nur bei Bedarf, wenn jemand wie ich eine benötigt. Wie kommt es, dass so wenig Nachfrage besteht?

Das Ergebnis des Nachfragemangels sehe ich regelmäßig bei Wartungsarbeiten. Wird ein Regelventil ausgetauscht, bleibt es, sofern die alte Dämmung nicht zufällig passt, regelmäßig ohne Wärmedämmung. Das ist nicht nur technisch unschön, sondern in der Regel auch wirtschaftlich unbedacht — und natürlich gesetzeswidrig, siehe EnEV 2014!

Ich betrachte mal den aktuellen Fall, ein Belimo-Absperrhahnt (R415) als Absperrventil im Ladevorlauf eines Warmwasserspeichers mit internem Wärmetauscher.

Abschätzung (wer mag kann das unter Berücksichtigung von VDI 4610  und  VDI 2055 ja mal nachrechnen und seine Ergebnisse hier einfließen lassen) des Wärmeverlustes (ungedämmt): Da fließt regelmäßig Heizwasser mit ca. 75°C durch, das fühlt sich (bei ganz grob ähnlicher Oberfläche) deutlich heißer an als eine alte 25W-Glühbirne, aber weniger viel weniger heiß als eine alte 100W-Glühbirne. Also schätze ich mal 50W Wärmeverlust. Der Vortrag „Beitrag der Wärmeverluste …“ (Forschungsinstitut für Wärmeschutz e. V. München) kommt auf den Blättern 11 und 12 für eine DN15-Armatur auf 40W. Ich kann das nicht nachrechnen, die Randbedingungen sind dort Heizwassertemperatur 80°C und Raumtemperatur 20°C , da das aber grob mit meiner Abschätzung übereinstimmt, glaube ich das mal. Entsprechend der Diagramme wäre für eine gedämmte DN15-Armatur in meinem Fall mit Dämmschale EXT-OC-ZR415 mit gut 10W Wärmeverlust zu rechnen.

Was kann eine Dämmung hier sparen?

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Das sieht nach einer sinnvollen Geldanlage für den Betreiber aus.

 

Ich liefere — sofern verfügbar — stets Dämmschalen mit; bei Belimo-Regelkugelhahnen gibt es passende vom Hersteller, die mit 1 Handgriff nach dem Ventileinbau auf die Armatur auzuschnappen sind.

Leider ist die Ersparnis nicht in allen Fällen so gut. Beispiel „Einbau in Fußbodenheizung als Regelventil“:

Wärmeleistungen geschätzt

Wärmeleistungen geschätzt

Das ist nicht toll, aber immer noch wirtschaftlich sinnvoll.


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Visualisierung im Browser: Aktuelle Mozilla-Browser benötigen SSE2-taugliche Hardware

Für  Firefox ab Version 49 (und verwandte Browser)  wird SSE2-taugliche Hardware benötigt (zumindest für Windows).  Symptom dafür, dass der eigene PC diese Hardwareanforderung nicht erfüllt, könnte bei der Browser-Installation trotz vorhandenem SP3 eine Fehlermeldung „… benötigt WIN XP SP2“ sein.

Das ist ein Problem für irgendwo in einer vergessenen Kammer werkelnde PC (meistens mit WINDOWS-XP), hier sollte sicherheitshalber die Auto-Update-Funktion des Browsers abgeschaltet werden.

Einen Workaround gibt es nicht, man muss eine ältere Browser-Version weiter benutzen, bis der alte PC durch aktuellere Hardware ersetzt wurde. Alternativ kann auch der Windows-Microbrowser benutzt werden, ob es dort Einschränkungen bei aktuellen Versionen gibt wäre im Einzelfall zu klären.


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Kieback & Peter MRP

Mit diesem Regler haben wir in den 1990er Regelungsschaltschränke geliefert und seitdem auch Kundendienstarbeiten an den Reglern solcher Anlagen durchgeführt. Wir werden auch weiterhin im Rahmen des Möglichen Kundendienstaufträge für den MRP erledigen, obwohl  ab 1.1.2017 wird aber hier keine geeignete Notebook-Hardware mehr bereit gehalten, um Programme aus dem MRP abzuspeichern oder Programm-Backups auf die Regler aufzuspielen.

Hier vorhandene Programmbackups werden nicht gelöscht, allerdings müssten Sie ggf. versuchen, Kieback & Peter beauftragen, wenn es darum geht, Programme zu sichern oder Backups aufzuspielen; wobei ich nicht sicher bin, ob dort noch geeignete PC-Hardware verfügbar ist.


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Zoom-Problem bei HTML5-Visualisierung

Nutzer des aktuellen Firefox-Browsers Version 50 oder darauf basierenden Browsern wie beispielsweise CLIQZ 1.7.1, SeaMonky 2.47 und vielen anderen mehr müssen bei auf HTML5 basierenden Visualisierungen (System Spidercontrol) derzeit mit einem lästigen Problem leben: Bei Zoom > 100% erscheint im Browserfenster ein sinnloser Rahmen mit Scrollbalken. Ein Teil des Bildschirminhalts ist von diesem Rahmen verdeckt, und die Scroll-Schieber im Rahmen funktionieren nicht.

Das Problem betrifft auf Spidercontrol basierende Visualisierungen, nicht nur von Bielefeld & Buß erstellte.

Im Browser von Entwickler-Versionen der von mir getesteten Internet-Suite SeaMonkey 2.47 (Build 20161203120329) tritt das Problem noch auf, in SeaMonkey 2.48 (Build 20161203115531) ist das Problem behoben.

Firefox 50.0.2 Portable (ich wollte nicht extra für diesen Test den Browser installieren) zeigt ebenfalls das Problem, ich gehe davon aus, dass es mit Firefox 51 behoben sein wird.

Lt. Hersteller Phoenix Contact zeigt der aktuelle Chrome-Browser das Problem nicht, ich kann das mit der portablen Version Chrome 55.0.2883.87 bestätigen.

Zusammenfassung

Testergebnisse Stand 10.12.2016

Betriebssystem

Browser

Problem (bis) Version

Kein Problem (ab) Version
Anmerkung

Android 4.1.2 Firefox

41.0.2
Android 4.1.2 „Bordeigen“

„bordeigen“
iOS

noch nicht getestet
Linux

noch nicht getestet
Windows (7) Chrome

55.0.2883.87 nur diese Version getestet
Windows (7) CLIQZ 1.7.1

Windows (7) Firefox 50.0.2
51
(vermutlich), 53a1 (getestet)
Die Zoom-Funktion ist sehr beschränkt, bei
FF. 53a1 eher unbrauchbar
Windows (7) SeaMonkey 47

48
MAC OS

noch nicht getestet

Wer also unter Windows dieses Problem beseitigen möchte kann das derzeit am einfachsten mit Chrome Portable bewerkstelligen.

Wenn jemand weitere Testergebnisse beisteuern möchte kann er das gern hier als Kommentar oder per Email erledigen, ich ergänze dann die Tabelle.


2 Kommentare

Firefox beendet die Unterstützung von NPAPI-Plugins

Kein Grundzur Panik!

Kein Grund zur Panik!

Spätestens ab Firefox-Version 53 (Mitte nächsten Jahres) wird dieser Browser keine NPAPIPlugins mehr unterstützen, das wird voraussichtlich auch auf dem Firefox-Kern aufbauende andere Browser wie CLIQZ, SeaMonkey und viele andere mehr betreffen. Einige technische Details und Hintergründe können hier nachgelesen werden.

Dies hat zur Folge, dass die von Bielefeld & Buß vor 2016 erstellte Visualisierungen auf Basis von Spidercontrol nicht mehr „einfach so“ im Browser funktionieren werden.

Was ist zu tun?

Browser mit verlängerter Java-Unterstützung installieren

Nutzer, die betroffene Browser benutzen (mehr oder weniger alle, auch Googles Chrome hat die Unterstützung des benötigten Java-Plugins bereits eingestellt), können eine sogenannte ESR-Version (Extended Support Release – zu Deutsch Version mit verlängerter Unterstützung: Diese Softwareversionen bekommen im Laufe der Produktentwicklung keine neuen Funktionen, sondern enthalten allein Fehler- und Sicherheitsupdates — das aber länger als bei „normalen“ Versionen) des Browsers installieren, Firefox wird in der ESR-Version (52) ca. 1 Jahr länger Java unterstützen.

Microbrowser nutzen.

Von IniNet gibt es einen Windows-Micro-Browser vergleichbar zu denen, die auch für die Visualisierung unter Android oder iOS benötigt werden. Der ist leider kostenpflichtig, von Saia (jetzt: SBC) gibt es eine kostenlose Alternative mit etwas nervigem Lizensierungsaufwand, ich bin gern behilflich. Meine Erfahrung damit ist gut, auch für Visualisierung bei Phoenix-SPS.

HTML5

Wird von mir seit 2016 standardmäßig für Neuprojekte mit Phoenix-DDC benutzt, Umrüstung von Altanlagen möglich, aber aufwendig, in der Regel wohl preislich uninteressant. Saia / SBC unterstützt HTML5 derzeit nicht.

Sonst noch etwas?

Auf die Visualisierung über die Touch-Panels in der Schaltschranktür hat das alles keinen Einfluss, die haben einen Microbrowser „fest eingebaut“.

Weitere Fragen?

Sprechen Sie mich gern telefonisch an oder schreiben Sie mir eine Email mit Ihren Fragen!